Tapas essen in Barcelona

Wie überall in Spanien, so will der Besucher der Hauptstadt Kataloniens natürlich auch mindestens einmal die berühmten Tapas essen, also kleinere typisch spanische Gerichte, die oft auch als Appetithäppchen bezeichnet werden. In der Tat können Tapas allerdings, als Beigabe zu einem Glas Bier oder Wein, nur kleine Appetithäppchen sein, aber auch vollständige Gerichte in einem Restaurant, wo der Gast also mehrere ausgewählte Tapas erhält, die dann zwischen 10 und 30 Euro kosten können, ohne Getränk.
 
Allerdings sagt das Wort Tapas als solches sehr wenig aus, denn Tapas können patatas bravas (frittierte Karttoffelwürfel mit Sauce) oder eine tortilla española (Kartoffelomelette) sein, aber auch carne con salsa (Fleischstückchen in Sauce) und boquerones en vinagre (Essig marinierte Sardellen). Aber wer sämtliche Speisekarten mit Tapas liest, wird in Barcelona rund 50 verschiedene Tapas finden, die, im einfachsten Fall, auch ganz einfach aus Oliven bestehen können.

Tapas essen in Barcelona
Foto: Herbert Kårlin

Auch die Qualität von Tapas ist sehr unterschiedlich und reicht von der Massenware für Touristen bis zu exquisiten Spezialitäten von denen man auch nach seiner Rückkehr nach Deutschland noch träumen wird. Gerade in einer Stadt wie Barcelona, die nahezu das gesamte Jahr über vom Massentourismus überrollt wird, ist es, genau genommen, sehr schwierig echt gute Qualität zu finden, und nur wenige Touristen werden in den Genuss kommen wirklich Tapas hoher Qualität serviert zu bekommen.
 
Wer daher auf der Suche nach traditionellen, frisch zubereiteten Tapas hoher Qualität ist, sollte jedes extrem touristische Restaurant und jede von Touristen überlaufene Bodega oder Bar bei der Suche nach Tapas vermeiden und sich in Gebieten umsehen in der die Lokalbevölkerung lebt, und man im Inneren der Einrichtungen überwiegend die katalanische Sprache hört. Die Chance dort sehr gute Tapas zu erhalten, ist extrem hoch, vor allem wenn man dann noch einige wenige Worte in der katalanischen Sprache hervorbringt.
 
Aber es gibt natürlich noch mehr Zeichen die darauf hinweisen dass man eine bodega (botiga), eine bar (bar) oder ein restaurante (restaurant) mit guten Tapas gefunden hat, denn hausgemachte Tapas sind nicht übertrieben teuer, die Kellner kommen nicht drei Minuten nach der Bestellung mit den Tapas und die Gerichte haben sich nicht modernen Creationen angepasst, sondern sind autentisch und frisch zubereitet. Oft erkennt man diese Einrichtungen auch daran dass die Dekoration im Inneren nicht unbedingt touristisch aussieht, sondern eben einer klassischen Bodega nahe kommt.
 
Sehr viele Restaurants in Barcelona bieten nicht nur Tapas, sondern auch eine Ración an, was nichts anderes bedeutet als dass es sich hierbei um größere Tapas handelt, die man kaum noch als Appetithäppchen bezeichnen kann, sondern Teil eines größeren Essens sind.
 
Wer auf Internet nach guten Tapasstellen sucht, sollte deutschsprachige Empfehlungen mit Vorsicht angehen, da typische bodegas, bares und restaurantes selten eine fünfsprachige Speisekarte haben und auch ihre Website in der Regel nur in katalanisch und kastilisch existiert. Ensprechend sind wirklich zuverlässige Empfehlungen ebenfalls meist nur in diesen beiden Sprachen zu finden.