Las Ramblas (Les Rambles) in Barcelona

Die rund 1,2 Kilometer langen Ramblas in Barcelona führen vom Plaça de Catalunya bis zum Monumento de Colón am alten Hafen der Stadt. Ursprünglich lag an der Stelle der Ramblas ein Fluss, der sich zudem außerhalb der früheren Stadtmauer befand. Im 18. Jahrhundert bekam der Fluss dann einen Fußweg und als im 19. Jahrhundert die Mauern abgerissen wurden, entstand eine Straße und der Fluss erhielt einen neuen Weg.
 
Man kann davon ausgehen dass im vergangenen Jahr sämtliche 26 Millionen an Touristen die Ramblas, eigentlich mehrere kürzere Straßen sie aneinander anschließen, mindestens einmal besuchten, da man Barcelona ohne Besuch dieser Straßen, die weltweit bekannt sind, im wahrsten Sinne nicht besucht hat. Die Ramblas gehören daher auch zu jenen Straßen die nie schlafen, denn zu jeder Tages- oder Nachtzeit kann man hier eine Entdeckung machen.

Die Ramblas in Barcelona
Foto: Herbert Kårlin

Entlang der Rambla findet man, neben beeindruckenden Gebäuden einer modernen Großstadt, zahlreiche Cafés, Restaurants, Blumenläden und eine multikulturelle Gesellschaft die teilweise auch ohne Genehmigung alle möglichen Waren, inklusiver gefälschter Luxusprodukte, anbietet. Nach zahlreichen Beschreibungen kann man bei den Ramblas auch den Puls Barcelonas finden, also das wahre Zentrum der Stadt.
 
Wer Exklusivität und etwas besonderes sucht, wird an und auf den Ramblas mit Sicherheit fündig werden und das Gefühl haben die ganze Welt auf kleinstem Raum zu treffen. Der Nachteil davon ist allerdings dass man hier kaum noch die katalanische Sprache hört und man in zahlreichen Restaurants und Cafés besser zu Englisch oder Deutsch greifen sollte, da sehr viele der Angestellten weder Katalanisch noch Kastilisch beherrschen, und man wird auch mehr internationale, ideenreiche Schöpfungen findet als tatsächliche katalanische Gerichte und katalanisches Backwerk. Aber natürlich gibt es noch immer einige Perlen unter den Masseneinrichtungen, die man allerdings erst einmal entdecken muss.
 
Unter der Menschenmenge auf den Ramblas, die man auch mit allen Nachteilen auf jeden Fall entlang bummeln sollte, findet man mittlerweile auch unzählige Kriminelle und ausgezeichnete Taschendiebe. Kein Tourist sollte also auch nur den geringsten Wertgegenstand auch nur eine Minute lang aus den Augen lassen oder nachlässig in eine Tasche stecken. Die Polizei ist auf den Ramblas gegenüber den Kriminellen hilflos, zumal das Gedränge zeitweise enorm ist und man ohnehin jede Sekunde jemanden berühren muss, also auch einen Taschendieb kaum spürt.
 
Während Touristen eine neue Welt auf den Ramblas entdecken können, wird diese touristische Flaniermeile von den Einheimischen vermieden und sie haben die Hoffnung aufgegeben dass sich die Ramblas wieder in einem Treffpunkt der Bewohner Barcelonas verwandelt. Aber auch wenn die Ramblas ihren ursprünglichen Charakter mittlerweile verloren haben, so ist es ihnen gelungen sich in einen touristischen Magnet zu verwandeln, der teilweise nur wenige Schritte vom älteren Barcelona entfernt ist, aber ebenfalls immer mehr vom Massentourismus in eine normale Weltstadt verwandelt wird.